Im Jahr 2023 betrafen 60 % der von Arctic Wolf® Incident Response untersuchten Vorfälle die Ausnutzung einer zwei (oder mehr) Jahre alten Sicherheitslücke. Diese Schwachstellen waren bekannt, und die betroffenen Unternehmen hatten Monate bis Jahre Zeit, sie zu beheben, bevor es zu einem Zwischenfall kam. Diese Statistik verdeutlicht, dass es zwar eine Vielzahl von Faktoren gibt, die sich darauf auswirken, wie ein Unternehmen das Risiko mindern und seine Angriffsfläche stärken kann, aber auch, dass einer der Hauptfaktoren der anhaltende Mangel an Einblick in die eigene Umgebung ist. Zusammen mit der Unfähigkeit, Patches auf dem neuesten Stand zu halten, weil es an Ressourcen mangelt, fehlt die Bereitschaft, Systeme offline zu nehmen, und es gibt andere Faktoren, die hier einfließen.
An dieser Stelle kommen Cyberrisikobewertungen ins Spiel. Diese Bewertungen sollen Unternehmen dabei helfen, die Risiken über ihre gesamte Angriffsfläche hinweg zu identifizieren, zu bewerten und zu reduzieren, indem sie Richtlinien für das Scannen von Schwachstellen, die Patch-Verwaltung und die Einhaltung von Sicherheitsstandards sicherstellen. So können Unternehmen bekannte Bedrohungen (z. B. Schwachstellen) entschärfen, bevor sie zu Sicherheitsvorfällen werden.
Was ist ein Cyberrisiko?
Ein Cyberrisiko ist der potenzielle Verlust von Daten, Vertraulichkeit oder Kontrolle für ein Unternehmen aufgrund eines Cybersecurity-Vorfalls. Das Cyberrisiko ändert sich oft und wird sowohl durch externe Faktoren wie Trends bei Bedrohungsakteuren und Angriffsarten (z. B. Ransomware, Verschlüsselungs- oder Datenexfiltrationsangriffe) als auch durch interne Faktoren wie die Praktiken der Cybersecurity eines Unternehmens (z. B. implementierte Richtlinien, eine Firewall oder eine durchgängige Überwachungsplattform) bestimmt.
Am besten lässt sich das Cyberrisiko als Wahrscheinlichkeitsgrad verstehen, der anhand der oben aufgeführten Faktoren berechnet wird. Das Cyberrisiko erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Unternehmen einer Cyberbedrohung zum Opfer fällt, z. B. durch:
- Phishing
- Malware
- Ransomware
- Bedrohungen durch Insider
- Und viele weitere Angriffsarten
Da Cyberrisiken oft sehr veränderlich sind, muss jede Organisation ihr eigenes Risiko bewerten und die notwendigen Schritte unternehmen, um es systematisch zu beheben.
Was ist eine Cyberrisikobewertung?
Eine Cyberrisikobewertung ist eine umfassende Beurteilung, die Ihre Prozesse, Ihre Angestellten und Ihre eingesetzten Technologien berücksichtigt und bewertet. Ziel ist es, das gesamte Cyberrisiko Ihres Unternehmens zu verstehen, das hauptsächlich auf der Wahrscheinlichkeit und den Auswirkungen eines Cybersecurity-Vorfalls beruht.
Cyberrisikobewertungen beruhen auf drei Hauptbestandteilen: Bewertung, Priorisierung und Kommunikation. Das bedeutet, dass die Bewertung Ihre Prozesse, Angestellten und Technologien in Bezug auf die Cybersecurity und das Cyberrisiko bewerten, analysieren, wie Sie dieses Risiko reduzieren können, diese Maßnahmen priorisieren und diese Bewertungen und Empfehlungen an die relevanten Gruppen, einschließlich der Aufsichtsbehörden und Cyberversicherungsanbieter, kommunizieren sollte. Solche Bewertungen können intern oder mithilfe eines Drittanbieters durchgeführt werden.
Schritte zur Durchführung einer Cyberrisikobewertung
Eine Cyberrisikobewertung sollte ein gründlicher Prozess sein, an dem mehrere Interessengruppen beteiligt sind. Da sich das Risiko ebenso wie das Sicherheitsniveau eines Unternehmens ständig ändert, sind diese Bewertungen keine einmalige Angelegenheit. Sie müssen in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden, um die Angriffsfläche Ihres Unternehmens kontinuierlich zu stärken, während Ihr Unternehmen wächst.
Auch wenn die Einzelheiten je nach Unternehmensprofil, einschließlich Branche, Reifegrad und Größe, sowie der aktuellen Bedrohungslage variieren, gibt es einige Schritte, die jedes Unternehmen bei der Durchführung einer Cyberrisikobewertung berücksichtigen sollte:
1. Legen Sie Parameter und Ziele für die Bewertung fest
Für ein Unternehmen ist es von entscheidender Bedeutung zu wissen, welche Teile der IT-Umgebung bewertet werden sollen und woran sie gemessen werden. Wenn ein Unternehmen versteht, was gemessen wird, wie es gemessen wird und welches Ziel mit den gesammelten Daten verfolgt wird, kann es die Bewertung nicht nur richtig interpretieren, sondern auch bei einem Vorfall erfolgreich vorbereitet sein, seine Angriffsfläche zu stärkten und das Risiko zu verringern.
2. Wählen Sie einen Rahmen, an dem Sie Ihre Bewertung messen können
Es gibt einige branchenübliche Rahmenwerke für die Cybersecurity, die Ihrem Unternehmen bei der Interpretation der internen Risiken helfen. Das NIST CSF 2.0 integriert branchenführende Praktiken der Cybersecurity in ein einziges, vereinfachtes Rahmenwerk, während die CIS Critical Security Controls übergreifende Cybersecurity-Maßnahmen bieten, die Unternehmen befolgen und umsetzen können. Weltweit bieten die Essential Eight in Australien und NIS2 in der Europäischen Union solide Richtlinien.
Indem Sie die Ergebnisse Ihrer internen Bewertung mit diesen Rahmenwerken abgleichen, kann Ihr Unternehmen die wichtigsten Risikofaktoren, Schwachstellen und Aktionspunkte besser erkennen.
3. Erfassen Sie alle Ressourcen
Sichtbarkeit ist nicht nur entscheidend für die Cyberrisikobewertung, sondern auch eine Kernkomponente einer starken Cybersecurity. Sie können nicht schützen, was für Sie nicht sichtbar ist. Durch eine Bestandsaufnahme Ihrer kritischen Anlagen, Anwendungen, Identitäten und Zugangspunkte sowie Endgeräte kann Ihr Unternehmen feststellen, wo Risiken bestehen und wo sie sich im Falle eines Vorfalls ausbreiten könnten. Diese Transparenz ermöglicht es Ihrem Unternehmen nicht nur Schwachstellen über die gesamte Angriffsfläche hinweg zu erkennen, sondern bietet auch eine umfassendere Abdeckung, wenn neue Cybersecurity-Tools und -Prozesse eingeführt werden.
4. Identifizieren Sie Bedrohungen, Schwachstellen und Risikopunkte
Dieser Schritt kann sehr umfangreich sein. Es ist dabei wichtig, zu bedenken, dass Bedrohungen, Schwachstellen und Risikopunkte nicht nur in einem Teil der Angriffsfläche existieren. Schwachstellen können webbasierte Anwendungen, Teile der Cloud, IoT-Geräte und mehr ausnutzen. Die Bedrohungen sind vielfältig und können sich daher gegen verschiedene Komponenten der IT-Umgebung richten. Die Risikopunkte müssen alles – von diesen Schwachstellen über die Struktur Ihres Identitäts- und Zugriffsmanagements bis hin zur Einrichtung Ihrer Cybersicherheits-Tools und der Konfiguration Ihrer Cloud – umfassen. Ein gründlicher Prozess hilft Ihrem Unternehmen, Risiken besser zu priorisieren und zu entscheiden, welche Maßnahmen zu welchem Zeitpunkt ergriffen werden müssen.
5. Dokumentieren Sie die Ergebnisse und priorisieren Sie die entdeckten Risiken auf der Grundlage von Geschäfts- und Sicherheitszielen
Nachdem Ihr Unternehmen die Sicherheitslücken und Risikopunkte identifiziert hat, ist es nun an der Zeit, die Ergebnisse zu dokumentieren und mit den wichtigsten Beteiligten abzustimmen, was die nächsten Schritte zur Risikominderung darstellen. Dies kann auf verschiedene Weise geschehen – von der Implementierung neuer Lösungen über die Behebung von Schwachstellen bis hin zum Risikotransfer durch eine Cyberversicherung.
Schritte nach der Bewertung: Analyse und Umsetzung neuer Cybersecurity-Kontrollen. Dies ist der aktive Teil der Risikobewertung, und der Zeitpunkt, an dem Ihre Organisation die gesammelten Daten nutzt und auf der Grundlage der Ergebnisse konkrete Schritte unternimmt. Wie bereits angesprochen, muss nicht jede Kontrolle auf einmal durchgeführt werden. Wie, wann und warum ein Unternehmen Risiken reduziert, hängt von einer Reihe von Faktoren ab, darunter Geschäfts- und Sicherheitsziele, die Verfügbarkeit von Ressourcen und finanziellen Mitteln sowie die Höhe des Risikos, das ein Unternehmen bereit ist zu akzeptieren.
Zu den üblichen Kontrollen, die auf der Grundlage von Cyberrisikobewertungen implementiert werden, gehören:
- das Patchen von Sicherheitslücken,
- die Einführung neuer Verfahren für das Identitäts- und Zugangsmanagement,
- Software-Updates und neue Sicherheitsmaßnahmen auf Endgeräten,
- die Installation von Überwachungs-, Erkennungs- und Reaktionslösungen,
- und die Nutzung von Schulungsprogrammen zur Verringerung des menschlichen Risikos.

Die Vorteile der Durchführung einer Cyberrisikobewertung
Sicherheit ist eine Reise, und kein Ziel. Cyberrisikobewertungen können als wertvolle Zwischenstation auf dem Weg zu einer robusten Cybersecurity dienen. Sie ermöglichen es Ihnen, kritische Informationen zu Risiken zu verstehen und aufgrund dieser zu handeln, um Ihr Cyberrisiko, Ihre Geschäftsinitiativen, Ihre Resilienz sowie Ihre Cyberversicherung zu verbessern.
Die Durchführung einer Cyberrisikobewertung bringt mehrere Vorteile mit sich. Diese Vorteile beinhalten:
- die Identifizierung interner Sicherheitslücken wie Schwachstellen, unzureichende Zugangskontrollen, mangelhaftes Identitätsmanagement und Schwachstellen bei Endpunkten und anderen Geräten,
- die Fähigkeit, eine Ausgangsgrundlage für Cyberrisiken zu schaffen und zu erhalten,
- erforderliche Dokumentation für die Kommunikation von Risiken mit Beteiligten, außerhalb des IT-Bereichs,
- die Entwicklung von Governance-Fähigkeiten, die Ihrem Unternehmen helfen, das Cyberrisiko zu verringern,
- und die Schaffung von Initiativen und Prozessen zur Verbesserung des Sicherheitsniveaus.
- Verbesserung der Cyber-Versicherbarkeit, damit Ihr Unternehmen Risiken übertragen kann
Ein wichtiger, entscheidender Faktor für den Abschluss einer Cyberversicherung ist das Gesamtrisiko Ihres Unternehmens. Ihr Unternehmen muss nicht nur das Risiko verringern, sondern auch Maklern und Versicherungsanbietern sowohl das Risikoniveau als auch die bestehenden Cybersecurity-Prozesse zur kontinuierlichen Verringerung dieses Risikos nachweisen. Des Weiteren ist es wichtig, dass Unternehmen nach innen schauen und ihre eigene Risikotoleranz und die Höhe und Art des Risikos, das sie bereit sind zu akzeptieren, festlegen.
Arctic Wolf® Cyber Resilience Assessment
Die interne Durchführung von Cyberrisikobewertungen kann für Unternehmen schwierig sein, insbesondere für kleinere, weniger sicherheitsreife Unternehmen. Sie erfordern Ressourcen, Zeit und das Budget dafür – drei Dinge, die vielen Organisationen fehlen.
Das Arctic Wolf Cyber-Resilienz-Assessment ermöglicht es Unternehmen, ihr Cyberrisiko auf einfache Weise zu bewerten, zu verstehen und zu reduzieren – alles in einem Dashboard. Die Bewertung bietet einen transparenten Bewertungsindex, eine Einstufung der Versicherbarkeit, leicht verständliche Ergebnisse und vieles mehr, sodass Ihr Unternehmen klare Entscheidungen kann, um Ihr Sicherheitsniveaus zu verbessern. Diese Bewertung ist ein Bestandteil von Arctic Wolf Cyber JumpStart, einer kostenlosen Suite von Tools, einschließlich der Bewertung der Cyberresilienz, die es Ihrem Unternehmen ermöglichen, auf dem Weg zur Sicherheit voranzukommen und Ihr Cyberrisiko besser zu verwalten.
Erfahren Sie mehr über das Arctic Wolf Cyber Resilience Assessment.
Erfahren Sie, wie die Implementierung einer Security Operations Platform Sie auf Ihrer Reise zur Cybersecurity unterstützen kann, sodass Sie Ihr Cyberrisiko bewerten, mindern und übertragen können.
